Filmreihe
Mit einer Reihe von Filmvorführungen wird das Thema der Freundschaft auch cineastisch reflektiert. Die filmische Reflexion auf die freundschaftliche Nähe äußert sich quer durch die Genres und in den mannigfaltigen Handschriften namhafter Regisseure. Aufführungsort ist die Cinémathèque der Stadt Luxembourg. Die Filme und Aufführungstermine im Einzelnen:
24.09., 20.30 Uhr: La grande illusion (1937, vo) von Jean Renoir
Drei französische Offiziere sind in deutsche Gefangenschaft geraten: Der Aristokrat de Boeldieu (Pierre Fresnay), sein Flugzeug-Mechaniker, Leutnant Maréchal (Jean Gabin), und der Bankier Rosenthal (Marcel Dalio). Zwischen de Boeldieu und dem Kommandanten des Gefangenenlagers, dem schwer verwundeten von Rauffenstein (Erich von Stroheim), entwickelt sich ein beinahe kameradschaftliches Verhältnis, das aus ihrem gemeinsamen Standesdünkel resultiert. Dennoch opfert de Boeldieu sein Leben, um die Flucht seiner beiden Kameraden zu ermöglichen.
28.09., 20.30 Uhr: Kameradschaft (1931, vostf) von Georg Wilhelm Pabst
Der Erste Weltkrieg endete vor zehn Jahren, doch an der deutsch-französischen Grenze ist das gegenseitige Misstrauen immer noch stark. Die Leute sind freundlich, doch die Lage droht beim kleinsten sprachlichen Missverständnis zu eskalieren. Tags darauf erschüttert ein Grubenunglück die französische Zeche Thibault. Mehr als 600 Bergleute werden verschüttet. Auf der deutschen Seite organisiert Wittkopp (Ernst Busch) eine Hilfsaktion für die Kumpel. Während er mit einer Gruppe Deutscher nach Frankreich fährt, arbeitet sich Kasper unter Tage Richtung Frankreich vor.
29.09., 20.30 Uhr: Peter’s Friends (1992, vostf) von Kenneth Branagh
Zehn Jahre hat sich eine Gruppe von Collegefreunden nicht gesehen. Am Silvesterabend versammelt der wohlhabende Peter die nach wie vor eingeschworene Gemeinschaft bei sich auf seinem Landsitz. Dabei brechen menschliche Tragödien auf und für Beziehungsknatsch und handfeste Krisen ist ebenfalls gesorgt.
30.09., 20.30 Uhr: Mein liebster Feind (1999, vostf) von Werner Herzog
1972 beginnt die Zusammenarbeit zwischen dem Autorenfilmer Werner Herzog und dem wohl exzentrischsten deutschen Schauspieler Klaus Kinski. Für die Rekonstruktion der Zusammenarbeit dieser beiden Ausnahmekünstler zeigt Herzog seltenes Material, das während den Dreharbeiten zu seinen Filmen entstanden ist. Hierzu zählen unter anderem Kinskis Wutausbrüche, die während den Drehpausen mitgeschnitten wurden. Diese Dokumentation ist sowohl ein Dokument des deutschen Autorenfilms als auch ein Portrait einer außergewöhnlichen Freundschaft.
Daumenkinematographie: die Vermessung der Nähe
Mit der Daumenkinematographie unterwegs zum Anderen
Multimedia-Vortrag mit Volker Gerling
am 1. Oktober 2010 um 20.30 Uhr, Cinémathèque
In deutscher Sprache
Seit 1998 porträtiert Volker Gerling Bekannte und Unbekannte im Format des Daumenkinos, das – auf 36 Aufnahmen und damit einen ursprünglichen Zeitraum von 12 Sekunden begrenzt – die Erfahrung des Gegenübers nicht nur konserviert, sondern auch aus der zeitlichen und örtlichen Distanz heraus die Intimität des Moments für den Betrachter nacherlebbar macht:
Das Daumenkinografieren ist mit einer gewissen Brutalität und Gier verbunden, denn die Kamera fordert die Protagonisten mit jedem neuen Auslösen erneut und wirft sie auf sich selbst zurück. Auf diese Weise entreißt die Kamera ihnen manchmal Dinge, die sehr nah bei ihnen liegen können. (Volker Gerling)
Das Prinzip der Wanderausstellung hat Volker Gerling wörtlich genommen und verbringt immer wieder mehrere Monate auf Wanderschaft, während derer er vom Zeigen seiner Daumenkinos lebt und durch Deutschland wandert – von Berlin nach Basel, von Berlin nach Köln und von Oldenburg nach Wismar. So lernen seine Bilder laufen, ohne die einzelnen Schritte zu vergessen: Die Poesie des Daumenkinos entsteht, obwohl oder vielleicht gerade weil man der Illusionsmechanik der laufenden Bilder bewusst bleibt.
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Der multimediale Vortrag Volker Gerlings zur Daumenkinematographie wurde bereits mit größtem Erfolg bei diversen Kunst- und Theaterfestivals im In- und Ausland gezeigt. Ein unterhaltsamer und kurzweiliger Vortrag mit unbekannten Einblicken in die Arbeitsweise eines Ausnahmekünstlers.
→ zum aktuellen Programm der Cinémathèque
Volker Gerling:
Die Vermessung der Nähe
Mit der Daumenkinematographie unterwegs zum Anderen.
Multimedia-Vortrag am 1. Oktober 2010 um 20.30 Uhr, Cinémathèque.
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